Änderungen des dänischen Unternehmensgesetzes

Am 1. Juli 2018 traten mehrere Änderungen des dänischen Unternehmensgesetzes in Kraft. Die neuen Regeln bedeuten unter anderem eine Änderung der Kapitalanforderungen für die Aktiengesellschaft, die zuvor DKK 500.000 betrug. Zudem ist es nun möglich, die Löschung von Unternehmen zu erzwingen, die die reellen Eigentümer nicht registrieren.

 

Kapitalanforderung für Aktiengesellschaften

Nach den alten Regeln hatte eine Aktiengesellschaft ein Mindestkapital in Höhe von DKK 500.000. Ab dem 1. Juli 2018 wurde die Mindestkapitalanforderung auf DKK 400.000 reduziert. Diese Redu-zierung ist darauf zurückzuführen, dass das Mindestkapital für dänische Aktiengesellschaften eines der höchsten in Europa war. Mit der Reduzierung des Mindestkapitals für dänische Aktiengesell-schaften ist es jetzt attraktiver und leichter, Aktiengesellschaften zu gründen oder GmbHs (ApS) in Aktiengesellschaften umzuwandeln.

Seit dem 1. März 2011 ist eine Teilzahlung des Aktienkapitals möglich (Art. 33 DCG). Die Teilzahlung muss mindestens 25% des Mindestkapitals der Aktiengesellschaft von DKK 125.000 betragen. Aufgrund der Reduzierung des Mindestkapitals für Aktiengesellschaften von DKK 500.000 auf DKK 400.000, reduziert sich der Mindestbetrag für die Teilzahlung nun entsprechend auf DKK 100.000.

Die Regeln zur soliden Kapitaladäquanz (DCA Art. 115, Punkt 5) bleiben jedoch unverändert, was bedeutet, dass es von der Geschäftstätigkeit und der finanziellen Situation des Unternehmens ab-hängt, ob das neue Mindestkapital ausreicht, um die Regeln für eine solide Kapitalausstattung zu erfüllen.

 

Unternehmergesellschaft (IVS)

Zuvor konnte eine Unternehmergesellschaft (IVS) von dem Zeitpunkt an, in dem die Unter-nehmergesellschaft ausreichend konsolidiert war, das heißt, wenn sie über ein Stammkapital und Eigenkapital von mindestens 50.000 DKK verfügte, in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (ApS) umgewandelt werden. Mit den jetzigen Regeln ist es jedoch möglich, andere Werte als Bargeld (Einlagenbeitrag) im Zusammenhang mit einer Neuregistrierung in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (ApS) einzubringen.

 

Registrierung von echten Eigentümern

Seit dem 23. Mai 2017 sind Aktiengesellschaften (A / S), Gesellschaften mit beschränkter Haftung (ApS), Unternehmergesellschaften (IVS), Kommanditgesellschaften (P / S, K / S) und eine Reihe anderer Unternehmen verpflichtet die reellen Eigentümer bei der dänischen Handelsbehörde zu registrieren. Die Frist für die Registrierung war der 1. Dezember 2017. Es gibt jedoch immer noch einige Unternehmen, die diese Verpflichtung nicht erfüllt haben.

Daher hat das dänische Parlament am 17. Mai 2018 eine neue Regelung des dänischen Unter-nehmensgesetzes bezüglich der Registrierung von reellen Eigentümern beschlossen. Nach den neuen Regeln verlangt die Registrierung einer juristischen Person bei der dänischen Handels-behörde nun, dass die reellen Eigentümer der juristischen Person gleichzeitig registriert sind. Dies bedeutet, dass Informationen über die reellen Eigentümer jetzt eingeholt werden müssen, bevor die juristische Person bei der dänischen Handelsbehörde registriert wird.

Darüber hinaus hat die dänische Handelsbehörde nun die Möglichkeit, das dänische Insolvenz-gericht zu ersuchen, eine Gesellschaft aufzulösen, die verpflichtet ist, die reellen Eigentümer zu registrieren, wenn das Unternehmen die Verpflichtung nicht erfüllt hat.

 

Umwandlung von Gesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung in Aktien-gesellschaften (A / S)

Früher konnten nur Genossenschaften mit beschränkter Haftung (A.M.B.A.) direkt in eine Aktien-gesellschaft umgewandelt werden. Ab dem 1. Juli 2018 können jedoch alle Gesellschaften und Ver-einigungen mit beschränkter Haftung, die unter das dänische Gesetz über bestimmte kommerzielle Unternehmen fallen, d.h. Verbände mit beschränkter Haftung (FMBA) und Gesellschaften mit be-schränkter Haftung (SMBA), unmittelbar in Aktiengesellschaften umgewandelt werden, ohne zu-nächst in eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung (AMBA) umgewandelt zu werden.

 

Weitere Änderungen des dänischen Unternehmensgesetzes

Schließlich müssen die ehemaligen Direktoren und Rechnungsprüfer von Unternehmen im Falle einer erzwungenen Entscheidung vor Gericht erscheinen. Der Gerichtshof kann jedoch nun beschließen, dass Gerichtsverhandlungen unter Verwendung von Telekommunikation (mit oder ohne Bild) anstelle einer gerichtlichen Anwesenheit abgehalten werden, wenn das Insolvenzgericht dies für angemessen hält.

 

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