Neue dänische Immobilienbewertungen

Die neuen Immobilienbewertungen wurden am 31. Oktober 2018 noch einmal verschoben, weswegen es in 2019 alleine richtungsgebende neue Immobilienbewertungen für die Hauseigentümer in Dänemark geben wird, während die rechtlich verpflichtenden Immobilienbewertungen erst 2020 veröffentlicht werden. De neuen Immobilienbewertungen beinhalten unter anderem eine Stundung der Zahlungspflicht mit der Folge, dass die Steuern grundsätzlich nicht erhöht werden. Hauseigentümer, die seit 2011 in Folge einer Überbewertung zu viele Steuern gezahlt haben erhalten automatisch eine Rückerstattung.

 

Hauseigentümer in Dänemark werden auf der Grundlage des reinen Grundstückswertes (Grundsteuer) und des Immobilienwertes (Immobilienwertsteuer) besteuert. Die Immobilienwertsteuer wird vom Bundesland erhoben und auf der Grundlage des Immobilienwerts (inkl. Grundstück) berechnet. Die Grundsteuer wird von der Gemeinde auf der Grundlage des reinen Grundstückswertes erhoben.

Das derzeitige Immobilienbewertungssystem hat sich als zu ungenau und zu unsicher erwiesen. Die Parteien haben sich deshalb im Herbst 2016 auf ein neues und modernes Immobilienbewertungssystem geeinigt, das eine bessere und genauere Immobilienbewertung gewährleistet. Gleichzeitig wurde beschlossen, die be-stehenden Steuervorschriften zu ändern und neue Vorschriften für die Immobilienbesteuerung zu erlassen, die 2021 in Kraft treten, wenn die Vereinbarung über die geltenden Steuervorschriften ausläuft.

Die neuen Bewertungen beinhalten weitaus mehr Informationen zu jeder Immobilie als bisher. Das System berücksichtigt jetzt unter anderem die Grundstücksfläche, Hausgröße, Kellerfläche, Dacheindeckungs-material, Anbauten usw. Für besondere Eigenschaften der Immobilie können die Daten auch durch Bilder ergänzt werden. Darüber hinaus berücksichtigt das System die Entwicklungen in der Umgebung, sowie die Entfernung beispielweise zu Wäldern oder zum Meer. Ebenso wird berücksichtigt, ob es Eisenbahnlinien oder Hauptstraßen in der Nähe verlaufen. Darüber hinaus werden die Verkaufspreise der Immobilien in der näheren Umgebung berücksichtigt.

Bevor die Steuerbescheide basierend auf den neuen Immobilien- und Grundstückswerte im Jahr 2020 versendet werden, werden alle Hauseigentümer bezüglich der für ihre Bewertung gesammelten Informationen benachrichtigt. Der Hauseigentümer kann dann die Informationen überprüfen und prüfen, ob diese korrekt erhoben wurden, bevor die neue Bewertung der Steuerlast erfolgt. Bis 2021 werden die ersten Bewertungen von Gewerbeimmobilien im Rahmen des neuen Bewertungssystems versendet. Diese erfolgt, wie bisher, alle 2 Jahre.

 

Fehlerkorrektur

Die neue Regelung enthält ein System zur Fehlerkorrektur. Dies bedeutet, dass für die Steuerberechnung 20% vom Bemessungsbetrag abgezogen werden. Damit soll der natürlichen Unsicherheit begegnet werden, die mit einer festen Marktbewertung verbunden ist. Dies bedeutet, dass die Steuerbemessungsgrundlage für ein Haus, die auf 5 Mio. DKK geschätzt wird, 4 Mio. DKK beträgt.

 

Begrenzung der Progression

Zusätzlich wird die Progression begrenzt. Heute liegt die Grenze der Progression bei etwa 3 Millionen DKK. Die Progressionsgrenze impliziert, dass die Steuer für den Teil der Immobilienwertsteuer, der 3 Mio. DKK übersteigt, höher ist. Ab 2021 beträgt die Grenze der Progression 7,5 Mio. DKK. Dies bedeutet, dass ab 2021 nur noch höhere Steuern für Immobilien gezahlt werden müssen, deren Immobilienwert 7,5 Mio. DKK über-steigt. Weitere Rechtsvorschriften zur Bestimmung der Besteuerung von Immobilien und der Progressions-grenze werden im Frühjahr 2020 erlassen.

 

Stundung der Zahlungspflicht

Die alten Regelungen zur Stundung der Zahlungspflicht bestehen bis in das Jahr 2020 fort. Da es den Kommunen jedoch möglich war, das Grundsteuerprinzip zu ändern, wurde ein vorübergehendes System zur Stundung der Zahlungspflicht eingeführt, das sicherstellt, dass Hauseigentümer keine höheren Kosten tragen müssen. Etwaige Zuschläge werden daher erst fällig, wenn die Immobilie verkauft werden soll. Ab 2021 wird für Hauseigentümer ein Steuerrabatt eingeführt – dies gilt für Eigentümer, die ihr Eigentum vor 2021 erworben haben. Dies bedeutet, dass kein Hauseigentümer nach 2021 höhere Steuern zahlen muss, wenn der das Haus auf Grundlage der alten Abgabenregelung erworben hat. Ab 2021 sind von Rentnern im Falle der Stundung der Zahlungspflicht Zinsen in Höhe von 1 % zu entrichten. (1% im Jahr 2018). Hauseigentümer können sich der Stundung der Zahlungspflicht abmelden. Der gestundete Betrag ist durch eine Hypothek an der Immobilie abgesichert. Neben den Zinsen zahlt der Haus-eigentümer keine Registrierungsgebühr oder sonstige Kosten. Die Hauseigentümer können von dem Stundungssystem unabhängig davon profitieren, ob sich in der Immobilie Eigenkapital befindet. Ab 2021 wird die Grundsteuer nicht mehr zweimal jährlich erhoben, sondern wie die Immobilienwertsteuer jährlich. Dies macht es Hauseigentümern leichter, ihre Steuern zu entrichten und einen Überblick über die die gestundeten Beträge zu behalten. Das Finanzamt wird zu diesem Zweck ein neues Online-Portal ein-richten.

 

Rückerstattung

Hauseigentümer erhalten die erste Berechnung mit dem neuen Bewertungssystem im Jahr 2020. Die Berechnung erfolgt alle zwei Jahre. Gleichzeitig wird es möglich sein, gegen die Bewertung rückwirkend bis 2011 Beschwerde einzulegen. Wenn ein Hauseigentümer seit 2011 zu viele Steuern gezahlt hat, erhält der Hauseigentümer automatisch Geld zurück. Wenn dagegen ein Hauseigentümer aufgrund einer zu niedrigen Bewertung zu wenig bezahlt hat, erhält er keine rückwirkende Steuernachzahlung.

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Rechtsanwältin Christian Schwarz-Hansen unter christian.schwarz-hansen@lead-roedl.dk

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